Lebererkrankung bei Pferden

Störungen der Leberfunktion treten bei Pferden häufig auf. Meistens wird die eingeschränkte Funktion der Leber als Zufallsbefund bei einer routinemäßigen Blutkontrolle entdeckt. Sind bereits klinische Symptome aufgetreten, ist es oft zu spät für eine Behandlung.

Aufgaben der Leber

Die Leber, die bei ausgewachsenen Pferden ein Gewicht von 5 bis 7 Kilogramm erreicht, steht im Zentrum des Stoffwechsels. In dem Organ werden täglich bis zu sechs Liter Galle produziert, die direkt über einen Verbindungsgang an den Dünndarm abgegeben werden, da Pferde keine Gallenblase zur Speicherung des Verdauungssaftes besitzen. Im Darm dient die Galle der Aufspaltung von Fetten und Kohlenhydraten aus dem Futter. Gleichzeitig nimmt die Leber aus dem Blut Zucker auf, wandelt diesen in Glykogen um, das in Depots in der Leber gespeichert wird. Auch die Vitamine A, B, D, E und Kupfer werden gespeichert und für eine regelmäßige Versorgung portionsweise an den Körper abgegeben. Medikamente und andere giftige Rückstände werden abgebaut und der Ausscheidung zugeführt.
Kann die Leber ihren Aufgaben nicht mehr ausreichend nachkommen, können viele Folgeerkrankungen, wie Hautekzeme, Hufrehe oder Koliken entstehen.

Üfedeleber
Position der Leber

Ursachen für Lebererkrankungen

Lebererkrankungen werden bei Pfeden durch verschiedene Ursachen ausgelöst.

1. Giftstoffe

Degenerationen der Leber werden durch Giftpflanzen (Jakobskreuzkraut), Holzschutzmittel, im Futter und Wasser enthaltene Schwermetalle oder Toxine von Schimmelpilzen in Heu und Stroh verursacht. Auch überdüngte Weiden, Pestizide, synthetische Mineralstoffe in Salzlecksteinen oder Klärschlamm verursachen Schädigungen des Lebergewebes.

2. Parasiten

Leberegel oder Spulwurmlarven bohren sich durch das Lebergewebe und verursachen Entzündungen. Abgestorbene Leberzellen werden durch Bindegewebe ersetzt.

3. Bakterien und Viren

Vor allem bei Jungpferden können Infektionen mit Bakterien oder Viren (equine Herpesviren, Pegivirus, Parvovirus) schwere Leberschäden auslösen.

4. Tumore

Lebertumore können gutartig oder bösartig sein. Sobald sie stark mit dem Lebergewebe verwachsen sind, ist eine operative Entfernung oft nicht mehr möglich.

Symptome

Dein Pferd frisst schlecht, magert ab und wirkt müde und apathisch. Die Leistungsfähigkeit ist stark vermindert. Gegenüber anderen Pferden tritt aggressives Verhalten auf. Die Muskeln bilden sich zurück, Bewegungsstörungen treten auf. Dein Pferd stolpert und taumelt. Verstopfungen verursachen krampfartige Schmerzen, die einer Kolik ähneln.Das Pferd schwitzt bei der geringsten Bewegung, das Fell wirkt matt, chronische Hautentzündungen entstehen. Die Lidbindehäute und die Schleimhäute der Nüstern sind gelb verfärbt mit kleinen punktförmigen Blutungen. Der Harn ist rötlich und dunkel. Bei schweren Störungen der Leberfunktion tritt ein Leber- Gehirn- Syndrom auf. Dein Pferd senkt den Kopf, die Gesichtsmuskeln zucken. Das Pferd steht nicht mehr frei, sondern lehnt sich an der Wand an. Schreitet die Erkrankung fort, fällt das Tier in ein Leberkoma und verstirbt.


Klinische Symptome treten erst auf, wenn 80 % des Lebegewebes zerstört sind und die benachbarten Leberzellen die Aufgaben nicht mehr bewältigen können.

Behandlung

Eine Therapie mit Medikamenten sollte nicht durchgeführt werden, da diese Substanzen die Leber noch stärker belasten und die Gewebeschäden verschlimmern. Mit einer Kräutermischung aus Löwenzahnwurzeln, Löwenzahnkraut, Mariendistelkraut (die Heilpflanze für Pferde) und Labkraut wird der Stoffwechsel der Leber angeregt. Die Leberzellen werden geschützt. Die Kräuter müssen sechs Wochen lang täglich verabreicht werden. Die Vitamine B und C, Enzyme und Glukose beeinflussen die Leberfunktion positiv. Durch Artischocken wird der Fettabbau in der Leber gesteigert, die Leberzellen werden entgiftet.

Wie kannst Du einer Lebererkrankung vorbeugen?

kontrolliere die Weide

Es ist besonder wichtig, dass Du die Weiden immer wieder auf das Vorkommen von Giftpflanzen kontrollierst. Heu und Stroh dürfen nicht mit Schimmelpilzen befallen sein. Verwende nur Salzlecksteine mit natürlichen Mineralstoffen und Spurenelementen. Verzichte bei der Pflege der Zäune auf Holzschutzmittel und verwende für die Weideflächen keine Pestizide. Entwurme Dein Pferd regelmäßig.
Regelmäßige Gaben von Mariendistel unterstützen die Ausscheidungfunktion der Leber und schützen die Leberzellen vor Zellgiften. Freie Radikale werden gebunden, Entzündungen verhindert. Die Sekretion der Galle und der Fettabbau werden gefördert. Die Leberzellen erholen sich schneller.

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