Milben bei Pferden – lästige Plagegeister erkennen, behandeln und vorbeugen

Störende Insekten bei Pferden? Vermutlich denkst du bei diesem Stichwort in erster Linie an schwüle Sommertage, an denen die Mücken Deinen geliebten Vierbeiner nur so umschwirren. Da steigt die Vorfreude auf kühlere Herbst- und Wintertage oder die ersten warmen Strahlen im kommenden Frühjahr … Doch Achtung: Mit den sinkenden Temperaturen und dem Beginn des nass-kalten Wetters machen mitunter andere ungebetene Mitbewohner Deinem Pferd zu schaffen. Juckt es sich plötzlich stark oder zeigt deutliche Hautveränderungen, können Milben hinter den Symptomen stecken. Doch welche Milben befallen Pferde? Wie erkennst Du sie, wie werden sie behandelt und wie beugst Du am besten vor? Hier kommen die wichtigsten Fakten und Tipps rund um die winzigen Krabbeltiere.

Pferde als Wirte – diese Milbenarten befallen Deinen vierbeinigen Freund

Alle Milben, die Pferde hierzulande befallen, gehören zur Gattung der Spinnentiere und leben als Parasiten. Die Tiere ernähren sich von Hautprodukten wie beispielsweise Hautschuppen und leben dementsprechend direkt auf der Haut ihrer Wirte. Bei Pferden kommen drei Arten vor: die Choiroptes-Milbe, die Sarcoptes-Milbe und die Psoroptes-Milbe.
– Chioroptes-Milben sind in Deutschland am weitesten verbreitet. Sie setzen sich vor allem an den Beinen eines Pferdes fest und verursachen dort Hautentzündungen. Kratzt sich Dein Pferd daraufhin, verschlimmern sich die Beschwerden weiter. Ein Befall mit Chioroptes-Milben wird auch als Fußräude bezeichnet.
– Sarcoptes-Milben machen sich durch vermehrten Juckreiz am Kopf, Hals, den Schultern und im Sattelbereich bemerkbar. Diese Milben graben Gänge unter die Haut und können schwere Entzündungen am ganzen Körper auslösen. Zum Glück sind die auch auf den Menschen übertragbaren Milben sehr selten.
– Psoroptes-Milben kommen beim Pferd ebenfalls nur selten vor. Sie lösen vor allem am Haaransatz von Mähne und Schweif starke Beschwerden aus, können sich aber auch auf den ganzen Körper ausbreiten.

So erkennst Du Milben

Da die Milben winzig klein sind, kannst Du sie mit dem bloßen Auge nicht erkennen. Treten eine oder mehrere der folgenden Symptome auf, solltest Du allerdings einen Milbenbefall in Erwägung ziehen:

– Juckreiz, der je nach Milbenart an verschiedenen Körperstellen auftritt, ist das wichtigste Symptom eines Milbenbefalls.
– Unerklärliche Entzündungen der Haut, Hautverdickungen und nässende Stellen sind weitere sehr häufige Anzeichen.
– Starke Schuppen- oder Krustenbildung kann ebenfalls auf Milben hindeuten.
– Haarausfall tritt vor allem beim Befall mit Sarcoptes-Milben auf.

Doch Vorsicht: Neben Milben kommen auch andere Parasiten wie Haarlinge oder Läuse als Auslöser für Juckreiz und Hautveränderungen in Betracht. Im Sommer kann zudem ein Sommerekzem ähnliche Beschwerden verursachen. Besteht der Verdacht auf Milbenbefall, solltest Du daher im ersten Schritt immer Deinen Tierarzt zurate ziehen. Er kann einen Milbentest durchführen, mit dem sich die Diagnose zweifelsfrei stellen lässt.

Die Behandlung eines Milbenbefalls

Was tun, wenn sich der Verdacht auf einen Milbenbefall bestätigt? Dein Tierarzt ist in diesem Fall der richtige Ansprechpartner. In der Regel erklärt er Dir zunächst, wie Du die betroffenen Hautpartien Deines Pferdes mit einem speziellen Shampoo reinigen kannst. Anschließend erhältst Du Medikamente, die Du meist direkt auf das Fell auftragen kannst. Neben Deinem Pferd selbst müssen darüber hinaus allerdings auch alle Gegenstände, mit denen es in Berührung gekommen ist, gesäubert und von Milben befreit werden. Die passenden Reinigungsmittel für diese Prozedur bekommst Du ebenfalls von Deinem Tierarzt. Nicht zu vergessen sind schließlich auch die anderen Pferde in Deinem Stall: Da Milben generell sehr schnell von einem auf das andere Pferd übergehen, sollten bei einem Befall alle Tiere vorbeugend behandelt werden.
Ergänzend zu konventionellen Mitteln lassen sich schließlich auch Hausmittel wie Kokosöl oder Teebaumöl sowie homöopathische Präparate zur Eindämmung der Milben einsetzen.

Hier findet Ihr weitere Hilfe zum Thema Milben bei Pferden

Milben wirksam vorbeugen – die wichtigsten Maßnahmen gegen die Ansteckung

Zur effektiven Vorbeugung von Milben tragen grundsätzlich alle Aspekte bei, die eine gute Pferdehaltung ausmachen. Eine hygienische Umgebung ohne beispielsweise tiefe Schlammpfützen im Paddock, regelmäßige Wurmkuren und eine ausgewogene Ernährung mit bedarfsgerechter Nährstoff-, Vitamin- und Mineralstoffzusammensetzung sind die wichtigsten Voraussetzungen, um Deinen Stall milbenfrei zu halten. Da sich die Parasiten besonders gerne in langen Fesselbehängen einnisten, solltest Du diesen Bereich zudem vor allem bei nasser Witterung besonders aufmerksam pflegen und die Haare bei einem Befall kürzen.

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