Richtiges Longieren fängt beim richtigen Material an

Heute was ein langer Tag im Büro, und da es jetzt im Herbst abends schneller dunkel wird, blieb nur noch Zeit für einen kleinen Ausritt durch den dämmrigen Wald. Dein Pferd ist nicht ausgelastet, und auch du würdest gern noch ein wenig Zeit mit ihm verbringen. Da gibt es doch das Longieren! Eine schöne Sache: Dein Pferd wird ausgepowert und du kannst ihm etwas Gutes tun, indem du es gezielt zu Gymnastik- und Dehnübungen anleitest. Also die Longe herausgeholt und ab in die Reithalle.


Doch irgendwie funktioniert es nicht. Dein Pferd wirft den Kopf hoch, bricht seitlich aus, ist nervös und zieht dich halb durch die Halle. Was ist nur los? Eben auf dem Ausritt war es doch noch so entspannt und ausgelassen!


An dir selbst kann es eigentlich auch nicht liegen, du gibst sanfte Signale, hast eine ruhige Hand, stehst aufrecht und aufmerksam da. Wo ist das Problem?

Probleme beim Longieren beginnen bei der Ausrüstung

Es ist wie bei den Reittechniken: Möchtest du dein Pferd longieren, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Die Meinungen darüber, welche nun die einzig Wahre ist, sollen hier nicht wiedergegeben werden. Du entscheidest das selbst, was zu dir und deinem Pferd am besten passt.
Aber dafür ist es gut, einige Dinge über das Material zum Longieren zu wissen.

Die Longe

Schau dir zuerst deine Longe an: Ist sie lang genug? Sie sollte mindestens 8,50 Meter lang sein, ist sie kürzer, zwingst du dein Pferd, in zu engen Kreisen zu laufen. Damit belastet es seine Beine zu sehr. Das ist unangenehm und es versucht auszubrechen. Wenn du die Longe kontrollierst, sieh auch gleich nach, ob sich nicht irgendwo ein Knoten eingeschlichen hat – alle Signale, die du über die Longe geben möchtest, kämen sonst bei deinem Pferd gar nicht richtig an! Und aus welchem Material ist deine Longe? Nylon oder Leder sind ungeeignet, nimm dafür Baumwolle, die ist weich und hat keine scharfen Kanten. Denk immer daran: Dein Pferd fühlt mit dir! Tust du dir an der Longe weh, überträgt sich der Schmerz, dein Pferd erschrickt und kann sich nicht mehr auf deine Anweisungen konzentrieren.

Die Methode: FN, klassisch oder Western?

Je nachdem, für welche Longierart du dich entscheidest, wählst du dein Material aus. ( Tipp: Reitsport Manski führt viele hilfreiche Artikel.)

Nach den FN-Richtlinien wird mit Trense und Hilfszügeln longiert. Dabei soll sich das Pferd an den Hilfszügel herandehnen und darauf trainiert werden, eine Anlehnung zu finden. Bei dieser Methode solltest du auf keinen Fall ein Halfter benutzen.
Auch ist das Anbringen der Hilfszügel eine schwierige Angelegenheit und steht oft in der Kritik. Lass dir am besten von einem Fachmann zeigen.

Die klassische Art des Longierens verzichtet daher auf Hilfszügel und verwendet stattdessen den sogenannten Kappzaum. Der hat einen Nasenriemen mit einem oder mehreren Ringen, über den die Impulse an das Pferd weitergegeben werden. Der Nasenriemen sollte aus weichem Material, Leder oder Kunstfaser, bestehen. Es gibt Sorten wie den Typ Serreta, die Metallteile verarbeiten. Achte darauf, dass diese eingenäht oder gut gepolstert sind, damit dein Pferd keine Verletzungen an der Nase davonträgt. Der Kappzaum wirkt auf den Hals und das Genick, hier ist eine Menge Feingefühl notwendig. Du musst gut aufpassen, dass du nicht zu viel Druck ausübst, da dein Pferd sonst aus der Balance gerät oder du ihm weh tust.

Das Longieren nach Western-Art wird auch ohne Hilfszügel durchgeführt. Je nach Stil wird ein Knotenhalfter oder eine Trense verwendet. Die Westernmethode legt besonderen Wert auf die gute Verbindung zwischen Mensch und Pferd, die Körpersprache spielt hier eine wichtige Rolle. Anders als bei der klassischen oder der FN-Methode können beim Western Übungen nicht nur im Zirkel, sondern auch im Hufschlag durchgeführt werden.

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