Reitplatzbau – so wichtig ist die Qualität des Reitbodens für das Pferd

Will man Pferde regelmäßig sinnvoll trainieren, so ist ein guter Boden in Reitplatz oder Reithalle ein absolutes Muss. Ungeeignete Reitböden begünstigen Verletzungen und Schäden an den Pferdebeinen. Doch worauf muss man beim Reitplatzbau achten?

Was muss ein guter Boden können?

An einen guten Reitboden werden hohe Anforderungen gestellt. Er muss trittfest sein und die Bewegungen des Pferdes abfedern, außerdem dürfen die Pferde gerade in den schnelleren Gangarten nicht wegrutschen. Auch bei hoher Beanspruchung sollten keine Löcher entstehen, in denen die Pferde stolpern könnten. Im Reitplatzbau gilt eine Eintrittstiefe der Tretschicht zwischen 10 und 50 mm als optimal. Bereits 60 mm werden, besonders von Springreitern, als zu tief angesehen. Gerade beim Springen sollte die Eintrittstiefe nicht tiefer als 50 mm sein, da dem Pferd sonst der Halt bei Absprung und Landung fehlt.

Gesundheitliche Schäden beim Pferd durch ungeeigneten Untergrund

Ist der Boden ungeeignet, dann sind Schäden am Bewegungsapparat des Pferdes praktisch vorprogrammiert. Häufig werden Quarzsande als Reitboden verwendet. Viele Quarzsande sind allerdings zu grobkörnig und bringen zu wenig Stabilität mit. Das bedeutet, dass der Pferdehuf beim Auftreten zu viel Sand verdrängt. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer mangelnden Scherfestigkeit. Als Folge davon kann das Pferd in schnelleren Gangarten ins Rutschen kommen. Verletzungen durch Stürze sind die Folge. Dauerhaftes Training auf einem zu tiefem Boden begünstigt zudem Sehnenschäden beim Pferd.



Die Grobkörnigkeit vieler Quarzsande sorgt für einen erhöhten Hufabrieb. Bei schlechter Pflege neigen solche Böden zusätzlich zu Staubbildung. Atmen die Pferde beim Training ständig den feinen Staub ein, dann sind Atemwegsprobleme nicht weit.

Ein zu harter Boden wirkt sich wiederum negativ auf die Gelenke des Pferdes aus. Reitplätze mit zu feinem Sand oder zu hohem Vliesanteil haben zwar oft eine geringe Eintrittstiefe, belasten aber dafür die Gelenke der Pferde zu stark. Damit sind sie zum täglichen Training ebenso ungeeignet wie zu tiefe Böden.

Unterschiedliche Anforderungen je nach Reitweise

Zusätzlich variieren die Anforderungen an die Tretschicht je nach dem späteren Zweck des Reitplatzes – einem Springreiter sind andere Eigenschaften wichtig als beispielsweise einem Westernreiter. Dressurreiter wünschen sich beim Reitplatzbau eine elastische Tretschicht, die die ausdrucksvollen Bewegungen ihrer Pferde unterstützt. Reitplätze aus Teppichschnitzeln sind hier gut geeignet. Springreiter brauchen scherfeste Böden, die den Pferden bei Absprung und Landung und vor allem in engen Wendungen guten Halt geben. Westernreiter, die für die Reining trainieren, wollen beim Sliding Stop möglichst weit rutschen und brauchen dafür einen weichen und beweglichen Untergrund. Reiner Sandboden ist dafür deutlich besser geeignet, als ein Sand-Vlies-Gemisch.

Gesunde Pferdebeine bei jedem Ritt

Trittfestigkeit, eine gute Federung, Scherfestigkeit und Staubfreiheit sind – unabhängig von der Reitweise – für jeden Reitboden wichtig, um Pferde gesunderhaltend trainieren zu können. Der richtige Untergrund unterstützt das Pferd im täglichen Training optimal, anstatt es durch ungeeignete Eigenschaften zu schädigen.

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