Pferde richtig füttern – das solltest du wissen

Ein eigenes Pferd zu besitzen, ist der Traum vieler Mädchen. Doch was sich so einfach erträumt, kann sich in der Realität als komplizierter herausstellen als du dachtest. Denn wusstest du, dass Pferde recht empfindsame Tiere sind, bei deren Pflege der Pferdefreund einiges beachten sollte? Gerade bei der Fütterung deines Pferdes musst du verschiedene Dinge beachten, sonst drohen deinem vierhufigen Gefährten Koliken und Hufrehe.

Der Weg durch den Verdauungstrakt

Der Verdauungstrakt von Pferden ist darauf ausgerichtet, pflanzliche Nahrung zu verwerten und das Beste aus ihr herauszuholen. Die Nahrung wird zunächst im Pferdemaul nicht nur zerkaut, sondern auch mit großen Mengen Speichel durchsetzt, was essentiell ist für die Verdauung. Danach geht es ab in den Magen, in dem ein extrem saures Milieu herrscht – der ph-Wert eines Pferdemagens liegt bei etwa 2. Daher braucht das Pferd ziemlich oft etwas zum Kauen und Speicheln, sonst würde die Magensäure die eigene Magenschleimhaut angreifen.


Weiter geht es zuerst in den Dünn-, danach in den Dickdarm, wo dem Nahrungsbrei sämtliche verwertbaren Nährstoffe entzogen werden. Hiernach bleibt nur noch eins übrig: der Pferdeapfel.
Die Verdauung des Pferdes ist also ein hochkomplexer und sehr empfindlicher Vorgang, den du als Halter bestmöglich unterstützen solltest.

Füttern – wie oft?

Wann und wie oft du dein Pferd fütterst, ist nicht nur abhängig von Größe und Gewicht, sondern auch von der Haltung. Lebt dein Pferd überwiegend in Boxenhaltung, muss es anders gefüttert werden als wenn es den Großteil des Jahres auf der Weide verbringt.
Für Boxenhaltung gilt folgende Faustregel: Kraft- sowie Nassfutter sollten Pferde etwa dreimal am Tag erhalten, und zwar in kleinen Portionen. Denn der Pferdemagen sollte niemals leer sein, damit die Magensäure nicht Überhand nimmt und die empfindsame Schleimhaut angreift. Doch das ist nicht das Einzige, was der Pferdemagen benötigt. Raufutter sollte den Vierbeinern am besten den ganzen Tag über zur Verfügung stehen. Das Gleiche gilt für Wasser.
Das Saftfutter kann sich dein Pferd idealerweise selbst besorgen, indem es viel Zeit auf der Weide verbringt. Denn in Freiheit wandern Pferde riesige Strecken, um für sich das beste Saftfutter zu suchen. Neben der richtigen Ernährung sollte sich dein Pferd also auch viel bewegen.
Saftfutter? Raufutter? Was genau ist das überhaupt?

Die verschiedenen Futtersorten

Was das Nassfutter angeht, sind Pferde ein wenig kompliziert, denn leben sie in Boxenhaltung und sind Nassfutter noch nicht gewöhnt, muss man sie vorsichtig anweiden. Das bedeutet, dass sie zunächst einige Minuten auf der Weide verbringen und fressen dürfen. Diese Zeit wird von Tag zu Tag gesteigert, bis sie dann mehrere Stunden beträgt. Ist dein Pferd noch nicht an Gras und Kräuter gewöhnt und frisst sofort große Mengen davon, drohen Koliken und Hufrehe. Diese Beschwerden können dein Pferd sogar das Leben kosten. Daher gilt am Anfang: Weniger ist mehr!
Was das Raufutter, also Heu, angeht, sieht die Sache schon etwas anders aus: Der Verdauungstrakt deines Pferdes braucht große Mengen davon, um richtig zu funktionieren, denn durch das Kauen werden die Zähne gleichmäßig abgerieben und der Magen hat durch die kleinen, immer wieder nachrutschenden Portionen den ganzen Tag genug zu tun. Als Faustregel hierbei gilt: Dein Pferd braucht pro Kilo Körpergewicht 1,5 Kilogramm Heu.


Auf Kraftfutter solltest du ebenfalls nicht verzichten. Hierfür eignen sich Pellets oder ein gutes Müsli. Früher wurde auch Hafer verfüttert, was heutzutage kritisch gesehen wird, denn dadurch können sich Verdauungsprobleme einstellen.


Auch Leckerlis darf dein Pferd selbstverständlich erhalten, aber bitte bloß keinen Zucker! Pferde lieben ihn zwar und er ist das klischeebehaftetste Leckerchen für dein Pferd überhaupt, doch ist er vor allem eins: schädlich. Die Zähne werden auf Dauer in Mitleidenschaft gezogen und der Verdauungstrakt deines Pferdes ist überhaupt nicht auf große Mengen Zucker ausgelegt. Daher solltest du beim Verwöhnen eher zu Karotten, Rüben oder auch mal einem Stückchen trockenes Brot greifen.

Der Verdauungstrakt von Pferden ist also gar nicht so unkompliziert wie man glauben mag. Beachtest du jedoch einige grundlegende Dinge, wirst du lange Spaß an deinem Gefährten haben.

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